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Hospiz: Den letzten Weg gehen Sie nicht allein

Michael Langner • 17. August 2022

Herzlich willkommen zu meinem neuen Blog-Beitrag. Mein Name ist Michael Langner vom Bestattungs-Blog. Auch heute behandeln wir ein schweres Thema und knüpfen an den Beitrag „Palliativmedizin: Der Weg kann weitergehen“ an.


Für mich ist dies eine wichtige Thematik aus dem Feld der Bestattung, denn nicht selten haben wir Einsätze in einem Hospiz.


Wie ich schon in dem vorher erwähnten Beitrag geschrieben habe, gibt es einen Unterschied zwischen einem Hospiz und einer Palliativ-Station. Während in einer Palliativ-Einrichtung zwar Menschen an einer unheilbaren Krankheit leiden, ist die Palliativ-Therapie darauf ausgerichtet, Symptome zu lindern oder nachfolgende körperliche und seelische Einschränkungen zu vermindern.

Das Hospiz wiederum ist meist wirklich ein Sterbeort. Zwar wird auch hier eine palliativ-medizinische Therapie angewandt und gut ausgebildete Palliativ-Pfleger bemühen sich mit allen erdenklichen Mitteln, dem Patienten zu helfen, aber nur in den wenigstens Fällen stabilisiert sich der Erkrankte wieder.


Angehörige haben natürlich, sollten sie sich in der Lage fühlen, die Möglichkeit, ihren Liebsten in vertrauter Umgebung auf dem letzten Weg zu begleiten. Hier stehen Ihnen in dieser Situation auch Pflegekräfte beratend und unterstützend zur Seite und Sie werden in diesen schweren Momenten nicht alleine gelassen.


Aber die Aufgaben einer Palliativ-Pflegekraft in einem Hospiz sind nicht nur, schmerzlindernde Medikamente zu verabreichen, sondern die Maßnahmen sind breit gefächert, sodass sie selbst therapeutisch den Menschen in der Einrichtung zur Seite stehen. Selbst bei spirituell ausgerichteten Patienten, die einer Glaubensrichtung angehören, ist ein Hospizbegleiter für die Sterbenden da und bietet den schwerkranken Menschen alles, was ihnen in ihrer Situation hilft.


Eine schöne Umgebung, Worte des Trostes, Gebete oder auch das Abspielen der Lieblingslieder können dem Patienten letztlich doch noch eine angenehme Lebenszeit ermöglichen.

Dieses Thema ist für Sie als Leser bestimmt kein leichtes, aber mit all diesen Fragestellungen hat ein Bestatter zu tun und wir vom Bestattungshaus Schippan, möchten Ihnen einen tiefen Einblick in unsere Arbeit gewähren.


Aber schauen wir nun einmal auf die Geschichte der Hospizarbeit, denn auch hierüber lässt sich Interessantes berichten. So jung ist der Gedanke des Hospizes an sich nicht, denn schon seit Anbeginn der Menschheit gab es den Tod und so versammelten sich Verwandte oder Freunde um einen sterbenden Menschen. Damit konnten sie ihm noch ein paar letzte vertraute Momente und Trost für eine Reise ins Ungewisse mitgeben.


Durch den Einzug des Christentums in die Welt wurden unter anderem, gemäß dem Gebot der Nächstenliebe, Beherbergungen z.B. in Kirchen und Klöstern geschaffen. Und so leitet sich das Wort „Hospiz“ aus dem lateinischen „hospitium“ ab, was nichts anderes bedeutet als „Herberge“.


So kam es auch, dass ein Hospiz nicht nur eine Anlaufstelle für schwer kranke Menschen war, sondern auch für arme, alte oder sogar für pilgernde und reisende Menschen. Erst mit der Zeit kam es zu einer Aufspaltung, d.h. einer Spezialisierung der Einrichtungen.


Erstmalig im Jahr 1842 kam durch die Französin Jeanne Garnier die Idee auf, ein Haus für Sterbende zu gründen. Dies war in Lyon und hatte den Namen „Calvaire“, was übersetzt bedeutet „Leidensweg“.

Und so entwickelte sich der Gedanke, schwer kranken Menschen mit einer geringen Lebenserwartung, einen Ort zu schaffen, an dem sie begleitende Hilfe bekommen, immer weiter.


Die englische Krankenschwester und Ärztin „Cicely Saunders“ gilt als Begründerin der modernen Hospizidee, denn durch ihre Arbeit mit Menschen, die unheilbar an Krebs erkrankt waren, kam sie zur Überzeugung, dass Menschen in solch schweren Situationen eine ganzheitliche Betreuung benötigen..


Das erste ganzheitlich betreuende und stationäre, moderne Hospiz entstand erst 1967 in London durch „Cicely Saunders“.


Wie Sie sehen, gibt es so viel zu schreiben über das Thema „Tod“, aber um daraus kein langes Referat zu machen, bei dem Sie eventuell die Lust am Lesen verlieren, schreibe ich kleine aber faktenreiche Blog-Beiträge.


Und nun sind wir auch schon wieder am Ende der Reise durch das Thema „Hospiz“ angelangt. Ich hoffe, meine Ausführungen waren für Sie informativ und Sie konnten etwas aus diesem Blog-Beitrag mitnehmen. Wenn Ihnen der Beitrag gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn Sie diesen mit Ihren Freunden und Verwandten teilen.


In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine angenehme und schöne Zeit!


Ihr Michael Langner vom Bestattungs-Blog

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