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Die Geschichte des Krematoriums und der Einäscherung von Verstorbenen

Michael Langner • 5. Juli 2022

Herzlich willkommen zu meinem neuen Beitrag. Mein Name ist Michael Langner vom Bestattungs-Blog. Im heutigen Blog-Beitrag knüpfen wir an zwei vorherige Bestattungs-Beiträge an, einmal die Geschichte der Feuerbestattung und zum anderen die Geschichte der Urne.


In diesem Beitrag behandeln wir das Thema Krematorium, denn es ist noch nicht allzu lange her, dass Verbrennungsanlagen, wie wir sie heute kennen, entstanden sind.


Die Verbrennung von Verstorbenen hat zwar eine lange Geschichte in den Völkern und Kulturen dieser Welt und wurde häufig genutzt, um einen Leichnam beizusetzen, aber Krematorien entstanden erst in der Zeit der Industrialisierung.

Wie schon in meinen vorigen Beiträgen erwähnt, ist die Feuerbestattung eine der ältesten Bestattungsarten der Welt und bevor es Krematorien gab, haben die Menschen ihre Verstorbenen auf einer Art Scheiterhaufen oder in großen, einfachen Öfen verbrannt.


Auch die Art der Verbrennung war unterschiedlich. So wurde in einigen Kulturen und Religionen nur das Fleisch eines Verstorbenen verbrannt und die Überreste, die Knochen, in eine Knochenkisten zu der Asche gelegt. Viele kennen natürlich die Bilder oder Videos von archäologischen Funden, bei denen auf Friedhöfen bzw. Grabstätten Knochenkisten zu sehen sind, oder auch unterirdische Gänge, die ausgefüllt sind mit Knochenteilen.


Anderseits gab es aber auch in einigen Urvölkern den Brauch, Knochen und Zähne zu zermahlen und diese der Asche bei der Beisetzung hinzuzufügen.


Seit der Weltausstellung 1873 in Wien hat sich jedoch einiges geändert in puncto Verbrennung von Verstorbenen, denn hier wurde erstmals eine Verbrennungskammer für Kremationen vorgestellt. Der italienische Professor Brunetti entwickelte diese im Zuge der Industrialisierung und so erlebte die Verbrennung von Leichnamen einen neue Aufschwung. Sie ist heute nicht mehr wegzudenken aus unserem einst christlichen Abendland, wo es doch Jahrhunderte lang, durch den religiösen Hintergrund und sogar durch Gesetz verboten war, Verstorbene zu verbrennen

Eingeweiht und in Betrieb genommen wurde das erste europäische Krematorium am 22. Januar 1876 auf den Zentralfriedhof „Cimitero Monumentale“ in Mailand.


Zuvor gab es aber einige Tests im August 1874 mit Tierkadavern in sogenannten Regenerationsöfen, welche eigentlich zur Nutzung bei der Stahlerzeugung dienten. Und so kam es dazu, dass im selben Jahr, am 9. Oktober im damaligen Siemens-Glaswerk in Dresden, die erste Einäscherung weltweit in einer geschlossenen Feuerkammer stattfand.


1878 wurde das erste Krematorium Deutschlands in Gotha von Julius Bertuch auf dem Hauptfriedhof in Gotha erbaut und die erste Einäscherung fand am 10. Dezember 1878 statt.


Und so vollzog sich von da an die Entwicklung der Krematorien durch ganz Europa und die Welt. In den Jahren 1885 in England, 1889 in Zürich oder auch ab 1889 in Frankreich entstanden überall Krematorien.


Natürlich hat die Kremation auch ihre Schattenseiten in der Geschichte, wenn man an die Hexenverbrennungen und die Verbrennungsöfen in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten denkt. In früherer Zeit wurden Menschen auch zur Strafe oder zu rituellen Zwecken bei lebendigem Leibe verbrannt.

In der heutigen Zeit gibt es rechtliche Vorschriften, welche ein Krematorium erfüllen und einhalten muss.


Dies fängt bei den Dokumenten an, welche bei jeder Verbrennung eines Verstorbenen vorhanden sein müssen, über die nochmalige Überprüfung eines Amtsarztes, bis hin zur Umweltfreundlichkeit  eines Krematoriums. Etliche Auflagen müssen eingehalten werden, damit eine Verbrennung stattfinden kann.


Und nun sind wir auch schon am Ende dieser Zeitreise angekommen und wie wir auch hier wieder sehen, ist das Spektrum zum Thema Bestattung breit und hat einen langen Verlauf in unserer Menschheitsgeschichte.


Ich bedanke mich wie immer für Ihre Zeit und würde mich freuen, wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, sodass Sie ihn mit Ihren Freunden und Bekannten in der Welt des Internets teilen.


Ihr Michael Langner vom Bestattungs-Blog

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